Die Visitenkarte im Internet

Heute und morgen findet in Neuburg die Wohn- und Baumesse wohn(t)räume statt. Sie wird veranstaltet vom rührigen Stadtmarketing Neuburg und wendet sich auf der Ausstellerseite an regionale Unternehmen aus dem Bereich Bauen und Einrichten.

Die wohn(t)räume lasse ich mir – trotz der für meinen Geschmack natürlich viel zu verspielten Schreibweise – nicht entgehen, und zwar aus  mehreren Gründen, und nicht nur, weil der Themenbereich Bauen/Einrichten/Wohnen mich schon seit jeher interessiert.

Ich bin ein großer Fan von solchen lokalen und regionalen Initiativen, bei der sich Hersteller von Produkten und Dienstleister direkt ihren potenziellen Kunden vorstellen können. Auch wenn es abgedroschen klingt, oft weiß man nicht, dass man ganz in der Nähe genau das Produkt findet, das man braucht bzw. will. Bei mir was das vor einigen Jahren beispielsweise ein Teppich, der bei näherem Hinsehen und Nachfragen von der Teppichweberei Ammler hier in Neuburg stammt. Meine Überraschung war groß, aber ich habe mich gefreut, dass ich, wenn auch unwissentlich, lokal produzierte Ware eingekauft habe.

Natürlich will ich auch versuchen, das eine oder andere Unternehmen als Neukunden zu gewinnen. Es ist mir wichtig, viele Kunden direkt hier in Neuburg zu betreuen, und ich bin ziemlich erleichtert, dass es so viele Firmen gibt, über deren Leistungen und Produkte man gut schreiben kann, ohne sich moralisch zu verrenken. Soll heißen: Ich schreibe lieber über Schreinereien, Architekten und Innenausstatter als über Inkassobüros oder Unternehmen der Rüstungsindustrie.

Gute Seiten, schlechte Seiten

Ich habe mich über die Aussteller beziehungsweise ihre Internetseiten ein bisschen informiert. Viele der Seiten sind zweckmäßig, manche sind sehr gut und ansprechend, andere sind eher halbherzig hingeschludert, und manche Firmen haben gar keine Internetseite.

Über gute Seiten freue ich mich immer sehr, obwohl am Text natürlich immer noch was zu machen wäre, und wenn es nur ein gründliches Korrekturlesen ist (das ich natürlich auch anbiete).

Sehr gut hat mir die Seite der Schreinerei Pettmesser gefallen, vor allem die „Über uns“-Seite: Bilder der Mitarbeiter, und zwar alle in derselben Qualität. Vermutlich war es für die Mitarbeiter lästig, denn da wurde ganz klar ein Fototermin anberaumt, für den alle die Unternehmenskleidung tragen mussten, aber für den Seitenbesucher und potenziellen Kunden sieht das sehr ordentlich aus. Lieber Seitenverantwortlicher bei der Schreinerei Pettmesser: Großes Lob, das haben Sie gut gemacht.

Unpassend und veraltet

Etwas weniger beeindruckt – aber aus beruflicher Sicht erfreut, denn da gibt es viel für mich zu tun – war ich von anderen Seiten. Bei manchen war klar zu sehen, dass der Internetauftritt einmal komplett von einer Agentur erstellt wurde (und das Design im schlimmsten Fall gar nicht zu dem Unternehmen, dem Produkt oder dem Claim passt), aber vom Unternehmen selbst dann nicht weiter gepflegt wurde. Entweder sind die letzten „News“ von 2010, oder das ganze Layout fällt wegen eines Bildes im falschen Format auseinander, oder der Text ist einfach schlecht geschrieben (das ist mir natürlich am liebsten, denn da kann ich ansetzen).

Das kann ich alles verstehen, denn die Pflege einer Internetseite kostet Zeit, die kleine Firmen oft nicht haben. Vielleicht hat sich einmal ein Azubi darum gekümmert oder jemand, der jetzt aus der Firma ausgeschieden ist. Meistens ist das auch nicht existenzentscheidend, denn die Kunden kommen durch Mundpropaganda quasi von selbst. Weshalb also Geld (in Form von Mitarbeitern und Zeit) in die Internetseite stecken?

Braucht Ihr Unternehmen eine Internetseite?

Überhaupt nicht verstehen kann ich es allerdings, wenn ein Unternehmen – unabhängig von der Größe – gar keine Internetseite hat. Falls Ihr Unternehmen keine  Website hat, ist das für mich so, als hätten Sie sich dazu entscheiden, weder einen Eintrag in das Telefonbuch noch ein Telefon zu haben und keine Werbeaufschrift an Schaufenster oder Firmenwagen. Eine Internetseite gehört heute einfach dazu – da reicht auch schon die „Visitenkarte im Internet“, wie es vor ein paar Jahren so schön hieß. Den Begriff an sich verwendet man heute nicht mehr so, aber das Konzept stimmt.

Was passiert nun, wenn Ihr Unternehmen keine Internetseite hat? Ganz einfach: Wer im Internet nach Ihnen sucht, hat dann eben Pech. Im besten Fall findet sich eine Liste von Adresseinträgen in mehr oder weniger seriös wirkenden Seiten wie Meine Stadt, Firmenwissen, Cyclex und anderen Firmenverzeichnissen. Gut, so findet man wenigstens Ihre Adresse und Telefonnummer. Was aber, wenn es in Ihrer Stadt noch ein anderes Unternehmen mit diesem oder einem sehr ähnlichen Namen gibt?

Mit Ihrer eigenen Internetseite machen Sie es den Suchenden viel leichter, das zu finden, was sie suchen: Ihr Unternehmen.

Auch hier möchte ich noch einmal die Schreinerei Pettmesser als Beispiel nehmen:

Screenshot Google Schreinerei PettmesserWer nach der Schreinerei gesucht hat, findet die Internetseite, die Kontaktdaten und eine Karte gleich als ersten Treffer bei Google. Ein großes Plus: der Link zu einem Wettbewerb, an dem die Schreinerei teilgenommen hat. Das zeigt Engagement und Kompetenz.

So ein Suchergebnis wirkt nicht nur besser und einladender als eine Seite voller Links zu den oben erwähnten Adress- und Firmendatenbanken. Es bedeutet auch, dass Sie mit Ihrer Seite die Kontrolle über Ihr Image und Ihre Außenwirkung ergreifen, egal wie groß oder klein Ihr Unternehmen ist. Schließlich sollte bei einer Suche nach Ihrem Firmennamen nur eine Internetseite ganz oben stehen: Ihre eigene.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.