FKK mit Björn

Mit Autoren zu sprechen ist immer interessant. Besonders schön ist es, wenn sie nett sind und sich für ein kleines Blog ein bisschen Zeit nehmen. Zum Glück ist Björn Berenz einer der Netten und hat mir zum Erscheinen seines ersten Romans FKK im Streichelzoo ein paar Fragen beantwortet.

Die Handlung von FKK im Streichelzoo:  Quentin ist ein gefeierter Science-Fiction-Autor. Bisher allerdings nur in seiner Fantasie. Mit dem Schreiben klappt nicht alles so, wie er sich es vorstellt, aber zum Glück ist Quentin zumindest im Nebenjob erfolgreich:  Er ist, mehr so zufällig, Pornodarsteller. In die Sache ist er mehr so hineingeschlittert, Quentin ist nämlich einer von diesen Menschen, denen sowas einfach passiert. Wie soll es jetzt weitergehen? Was läuft da mit der schönen Urologin? Bleibt Quentin statt Perry Rhodan mehr Porno Rhodan?

Foto Björn Berenz
Björn Berenz

Björn, erzähl uns doch erst einmal ein bisschen was über dich – wo kommst du her, hast du eine Familie, was machst du hauptberuflich?
Ich bin 36 Jahre alt, komme aus Koblenz, bin verheiratet, habe zwei Töchter und wohne in der Eifel. Hauptberuflich arbeite ich einem Koblenzer Außenwerbeunternehmen und bringe kleine und große Ideen aufs Plakat. Zuvor war ich jahrelang als Redakteur für diverse Publikumszeitschriften tätig.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Dass mit dem Schreiben fing schon sehr früh an, allerdings habe ich lange Zeit die journalistische Schiene als freier Texter für diverse Musikzeitschriften und dann hauptberuflich als Redakteur verfolgt. Mein letzter Redaktionsstopp bei Perry Rhodan brachte mich dann mit vielen Autoren in Kontakt. Und da dachte ich mir: Das ist genau das was ich will! Also das Schreiben. Nicht zwingend den Kontakt zu den anderen Autoren 😉

Was hat dich zu dieser speziellen Geschichte inspiriert?
Ganz klar die Zeit, in der ich für Science-Fiction-Serie Perry Rhodan tätig war. Ein Stockwerk über mir war auch die Redaktion für die … nennen wir es Erlebnispresse ansässig. Das ist die Art von Schmuddelzeitschriften, die nur unterhalb der Ladentheke verkauft werden dürfen. Dort habe ich mich mit einer Redakteurin angefreundet und jede Menge Hintergrund-Infos zu diesem … Genre erfahren. Science Fiction und Porno. Da konnte ich im Streichelzoo natürlich schon die eine und andere Anekdote verbraten.

Erzählst du uns ein bisschen etwas darüber, wie du das Buch geschrieben hast? Zuhause im stillen Kämmerlein? Klassisch bei Starbucks? Nach Feierabend im Büro?
Früher eigentlich überall. Dazu auch sehr unstrukturiert, zu allen möglichen Zeiten und an allen möglichen Orten. Mittlerweile aber merke ich, dass es mit einem geregelten Rhythmus besser klappt. Ich habe nun damit angefangen, mir einen festen Ort zu suchen und mir auch feste Zeiten anzugewöhnen, zu denen ich schreibe. Tatsächlich ist das erstaunlich produktiv.

Wie war das überhaupt so? Hast du das Buch geschrieben und verschiedenen Verlagen angeboten, oder war gleich der erste Verlag ein Volltreffer? Wie wird man veröffentlichter Autor?
Zunächst einmal hat man heute als Autor kaum mehr eine Chance, direkt bei Verlagen unterzukommen. Mittlerweile geht fast alles über eine Literatur-Agentur, die dich vertritt. Also muss erst einmal ein Agent vom Manuskript überzeugt sein, bevor es die Verlage erreicht. Im Normalfall reichen ein Exposé der Story und eine ausführliche Leseprobe, damit sich eine Agentur ein Bild machen kann. Tatsächlich habe ich das Buch zunächst komplett zu Ende geschrieben – aus Angst, dass ich es womöglich nicht bis zum Schluss durchhalte. Als das dann getan war, begann ich mit der Agentensuche. Danach ging es dann auch recht fix mit dem ersten Verlagsangebot.

Buchcover FKK im Streichelzoo
Bild © Verlag Bastei Lübbe

Wirst du jetzt reich? 😀
Lass es mich so sagen: Mit dem Zusammenbauen von Kugelschreibern lässt sich wahrscheinlich mehr Geld verdienen. Ich sag dir jetzt lieber nicht, was pro verkauftem Buch bei mir hängenbleibt. Es würde dir die Mitleidstränen in die Augen treiben. Schreiben des Geldes wegen ist wirklich nicht zu empfehlen.

Hast du als Autor (oder auch als Zivilist!) ein besonderes Vorbild?
Das ist schwierig. Christopher Moore bewundere ich sehr. Ich liebe seine Bücher, sie haben mein Schreibverständnis nachhaltig geprägt. Als „Zivilist“ war ich zuletzt extrem beeindruckt von einem Biobauern, der beinahe seine ganze Existenz aufs Spiel gesetzt hat, um per Gerichtsbeschluss seine Tiere „schonend“ auf der Weide schlachten zu dürfen. Damit die Tiere nicht unnötige Qualen leiden, möglichst wenig Angst haben und keinen Stress erleben. Generell habe ich größten Respekt vor allen Menschen, die sich für eine bessere, faire Welt einsetzen. Gut, das klingt jetzt sehr pathetisch, ist aber so …

Wie konsumierst du selbst Bücher? In Papierform oder elektronisch, oder vielleicht sogar als Audiobook?
In jedweder Form. Ich bin ein echter Fan von Hörbüchern und höre sie beim Joggen und bei jeder längeren Autofahrt. Außerdem habe ich einen E-Book-Reader und nutze auch das Smartphone zum Lesen. Am liebsten aber ist mir nach wie vor die klassische Buchform. Man hat nie gelesen, wenn einem im Bett nicht wenigstens einmal ein Buch vom Umfang eines „Säulen der Erde“ das Nasenbein zertrümmert hat, weil es im Schlaf aus der Hand gefallen ist.

Was ist momentan dein Lieblingsbuch, bzw. welches Buch kannst du uns empfehlen?
Ganz aktuell „Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte“ von Peter Heller. Es erzählt eine gefühlvolle Geschichte im Hintergrund einer Apokalypse, die beinahe die gesamte Menschheit ausgelöscht hat. In dieser neuen grausamen Welt kämpft Flugzeugpilot Big Hig gegen die Einsamkeit an und versucht, trotz der Brutalität des täglichen Überlebenskampfes, sich ein Stück Menschlichkeit zu bewahren. Dass es ganz besonders auf die kleinen Dinge ankommt, die das Leben lebenswert macht. Wunderschön und packend geschrieben!

Und zum Schluss: Was kannst du uns über dein nächstes Buch verraten?
Mir haben es generell die Losertypen angetan. In meinem nächsten Roman, der voraussichtlich im Herbst 2014 bei Lübbe erscheinen wird, bleibe ich sowohl der humoristischen Sparte als auch den schrägen Gestalten treu. Diesmal baue ich aber noch ein phantastisches Element mit ein, welches das Leben des Hauptprotagonisten quasi über Nacht verändert. Aktuell tummele ich mich im vorderen Drittel, es liegt also noch einiges an Arbeit vor mir.

FKK im Streichelzoo erscheint am 11.10.2013 im Verlag Bastei Lübbe als Taschenbuchm eBook und Audiobook.

Achtung Leser in Rheinland-Pfalz: Am 17. Oktober liest Björn nur für euch um 20.00 Uhr im Café Pastis in Zweibrücken aus seinem Buch. Nicht verpassen!

Ich verlose eine Ausgabe von FKK im Streichelzoo. Teilnehmen könnt ihr mit einem Kommentar, in dem ihr mir euer Lieblingsbuch verratet, oder mir sagt, welches Buch bzw. welche Bücher ihr aktuell lest, und ob ihr Papier-, e- oder Audiobooks bevorzugt. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten, ich bin einfach nur neugierig.

Teilnahmeschluss ist der 11. Oktober 2013, die Gewinnerin bzw. der Gewinner wird von random.org ermittelt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Der Gewinn wird großzügigerweise vom Autor zur Verfügung gestellt, herzlichen Dank dafür!

9 Gedanken zu „FKK mit Björn

  1. Da ich ja ein großer Fantasy-Fan bin, ist mein Lieblingsbuch (bzw. meine Lieblings-Buchreihe) die Königsmörder-Trilogie von Patrick Rothfuss („Der Name des Windes“, „Die Furcht des Weisen“ – Teil 1 und 2). Der dritte Teil ist leider noch nicht erschienen.

  2. Ich lese Bücher nur in Papierform und höre ganz selten Hörbücher. Aktuell lese ich gerade „The Merde Factor“ von Stephen Clarke, wobei das nicht unbedingt der beste der Romane mit dem Helden Paul West ist. Ansonsten sind meine Lieblingsbücher: „Das Wetter vor 15 Jahren“ und „Verteidigung der Missionarsstellung“, beide von Wolf Haas.

  3. Mein Traum ist das amtliche Telefonbuch Koblenz als Hörbuch.

    Vaterland von Robert Harris ist bei mir momentan auf Platz eins.

    @ Björn Berenz: Viel Erfolg bei der Lesung in Zweibrücken!

  4. Aktuell lese ich die „Porterville“-Reihe von der Psychothriller GmbH als eBook. Lese bevorzugt e-Book, höre Hörbücher und ganz selten lese ich ein traditionelles Buch.
    Die sind mehr Sammelobjekte 🙂

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